Landesfrauenvorsitzende Petra Oberrauner: Ein Freispruch darf kein Freifahrtschein sein

Die Entscheidung, alle zehn Angeklagten im Fall der mutmaßlichen sexuellen Misshandlung eines zwölfjährigen Mädchens freizusprechen, sorgt für tiefes Unverständnis. Aus Sicht von Petra Oberrauner ist dieses Urteil ein schwerer Schlag für das Vertrauen in den Rechtsstaat und ein fatales Signal an Opfer sexualisierter Gewalt.
 
Gerade in Verfahren, die Kinder betreffen, muss das Prinzip des besonderen Schutzes gelten. Kinder und Jugendliche können sich nicht selbst verteidigen und sind in höchstem Maß auf den Schutz durch Justiz und Gesellschaft angewiesen. Wenn trotz schwerwiegender Vorwürfe und vorhandener Beweismittel kein Schuldspruch erfolgt, wirft das Fragen nach der Sensibilität im Umgang mit solchen Verfahren und nach der konsequenten Anwendung des Sexualstrafrechts auf.
 
Oberrauner betont die Notwendigkeit, dass das Urteil von der nächsten Instanz sorgfältig überprüft wird. Zugleich unterstreicht sie, dass Reformen im Sexualstrafrecht dringend umgesetzt und alle Beteiligten in Justiz und Strafverfolgung entsprechend geschult werden müssen. Opfer von Missbrauch brauchen zudem stärkere Unterstützung – rechtlich wie psychologisch.
 
Ein Freispruch in einem so gravierenden Fall darf nicht den Eindruck erwecken, dass sexualisierte Gewalt relativiert wird. Für Oberrauner ist klar: Ein Nein muss in jedem Fall respektiert werden. Es ist die Aufgabe des Rechtsstaates, diesen Grundsatz ohne Einschränkung zu verteidigen und den Schutz der Schwächsten sicherzustellen.
 

Politische Laufbahn

Privat

Lebenslauf

 

Petra Oberrauner ist SPÖ-Abgeordnete im Nationalrat und Berreichssprecherin für Digitalisierung, Forschung und Innovation.

Geb.: 27.01.1965, Villach (Kärnten)

Funktionen im Parlament

Politische Funktionen

  • Stellvertretende Landesparteivorsitzende der SPÖ Kärnten seit 11.7.2022
  • Landesfrauenvorsitzende der SPÖ Kärnten seit 11.7.2022
  • Mitglied des Bundesparteivorstandes der SPÖ seit 11.11.2023
  • Mitglied des Bundesfrauenpräsidiums der SPÖ seit 10.11.2023
  • Mitglied des Bundesfrauenvorstandes der SPÖ seit 23.10.2019
  • Mitglied des SPÖ-Landtagsklubs seit 2019
  • Mitglied des Landesparteivorstandes der SPÖ Kärnten seit 2016
  • Mitglied des Bezirksparteipräsidiums der SPÖ Villach seit 2015
  • Mitglied des Bezirksparteivorstandes der SPÖ Villach seit 2015
  • Stellvertretende Stadtparteivorsitzende der SPÖ Villach seit 2015
  • 1. Vizebürgermeisterin der Statutarstadt Villach und u.a. Referentin für Wirtschaft, Technologie und Forschung 10.4.2015-5.11.2019
  • Mitglied des SPÖ-Gemeinderatsklubs seit 2015
  • Vize-Präsidentin des SWV Österreich seit 16.10.2021

Beruflicher Werdegang

  • 1. Vizebürgermeisterin der Statutarstadt Villach und Referentin u.a. für Wirtschaft, Technologie und Forschung 10.4.2015–5.11.2019
  • Mitglied des Aufsichtsrates, Fachhochschule Kärnten – gemeinnützige Privatstiftung 11.2.2017–28.10.2019
  • Beratung der Regierungen Kärntens, Friaul-Julisch Venetiens und Venetos zur grenzüberschreitenden Kooperation – z.B. Aufbau der Euregio „Senza Confini“ als Makro-Region
  • Geschäftsführerin und Gesellschafterin, ECC European Crossboarder Consulting GmbH 2001–2019
  • Ressortleitung „Internationale Beziehungen“ im Rahmen der Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2006, Senza Confini – Italien-Österreich-Slowenien, Klagenfurt 2006 Organisations GmbH 1.4.1998–31.12.2000
  • Koordination von EURES-T-EURALP zur Förderung der freien Mobilität in der Grenzregion Kärnten, Friaul-Julisch Venetien, im Auftrag der Europäischen Kommission 1996–2003
  • Angestellte bei der Kammer für Arbeiter und Angestellte 1.8.1989–31.3.1998

Bildungsweg

  • Studium der Pädagogik, der wissenschaftlichen Forschungsplanung und der Medientechnik in Klagenfurt, an der Universität für Bildungswissenschaften (Mag.a) 1983–1988
  • Studium der Pädagogik, der wissenschaftlichen Forschungsplanung und der Medientechnik in Klagenfurt, an der Universität für Bildungswissenschaften (Dr.in phil.) 1991–1993
  • Laurea in Pedagogia an der Universität Bozen 200