SPÖ erwartet von Minister Kocher volle Unterstützung für EU-Richtlinie gegen Scheinselbständigkeit bei digitalen Plattformen

Die SPÖ erwartet von Arbeitsminister Kocher (ÖVP), dass er die geplanten EU-weiten Verbesserungen für Mitarbeiter:innen von digitalen Plattformen unterstützt. Vergangene Woche haben sich Verhandler:innen des Europäischen Parlaments und der Mitgliedstaaten auf eine gemeinsame Linie für eine Richtlinie geeinigt, um die weit verbreitete Scheinselbständigkeit und damit verbundene Benachteiligung der Beschäftigten zu verhindern.

„Die Richtlinie ist eine großartige Chance, die Arbeits- und Sozialrechte von Millionen von Arbeiter:innen in Europa zu verbessern, deren Jobs zu den prekärsten und schlechtbezahltesten zählen“,

so Petra Oberrauner, SPÖ-Bereichssprecherin für Digitalisierung, Forschung und Innovation.

„Ich erwarte mir von unserem Arbeitsminister, dass er alles ihm Mögliche unternimmt, damit die Richtlinie im Rat die notwendige Mehrheit erhält.“

In der EU gibt es, nach einer Schätzung der EU-Kommission, 28 Millionen Plattformarbeiter:innen, davon, nach Angaben des ÖGB, rund 500.000 in Österreich.

„Viele dieser Menschen, die auf digitalen Plattformen ihre Dienstleistungen als Pfleger:innen, Reinigungskräfte oder Essenslieferant:innen anbieten, werden bislang zu Unrecht und zu ihrem Nachteil als Selbständige behandelt“, sagt Oberrauner. „Sie werden daher nicht von Kollektiv- bzw. Tarifverträgen erfasst, was bedeutet, dass sie sich selbst versichern müssen und vor allem weniger Lohn für mehr Arbeit bekommen.“

Die neue Richtlinie bekämpft Scheinselbständigkeit, indem sie die Beweislast umkehrt und, wenn zwei von fünf Kriterien (darunter die Aufsicht des Unternehmens, Zuteilung und Kontrolle von Aufgaben, Kontrolle von Arbeitszeiten) erfüllt sind, von einem Angestelltenverhältnis mit den dazugehörenden Rechten aus. Plattformbetreiber, die anderer Meinung sind, müssen hierfür zukünftig Beweise vorlegen.
Außerdem sieht die Richtlinie eine Informationspflicht über automatisierte Entscheidungs- und Überwachungssysteme vor, um Diskriminierungen bei der Zuteilung von Aufträgen oder bei der Auszahlung von Boni entgegenzuwirken. 

Politische Laufbahn

Privat

Lebenslauf

 

Petra Oberrauner ist SPÖ-Abgeordnete im Nationalrat und Berreichssprecherin für Digitalisierung, Forschung und Innovation.

Geb.: 27.01.1965, Villach (Kärnten)

Funktionen im Parlament

Politische Funktionen

  • Stellvertretende Landesparteivorsitzende der SPÖ Kärnten seit 11.7.2022
  • Landesfrauenvorsitzende der SPÖ Kärnten seit 11.7.2022
  • Mitglied des Bundesparteivorstandes der SPÖ seit 11.11.2023
  • Mitglied des Bundesfrauenpräsidiums der SPÖ seit 10.11.2023
  • Mitglied des Bundesfrauenvorstandes der SPÖ seit 23.10.2019
  • Mitglied des SPÖ-Landtagsklubs seit 2019
  • Mitglied des Landesparteivorstandes der SPÖ Kärnten seit 2016
  • Mitglied des Bezirksparteipräsidiums der SPÖ Villach seit 2015
  • Mitglied des Bezirksparteivorstandes der SPÖ Villach seit 2015
  • Stellvertretende Stadtparteivorsitzende der SPÖ Villach seit 2015
  • 1. Vizebürgermeisterin der Statutarstadt Villach und u.a. Referentin für Wirtschaft, Technologie und Forschung 10.4.2015-5.11.2019
  • Mitglied des SPÖ-Gemeinderatsklubs seit 2015
  • Vize-Präsidentin des SWV Österreich seit 16.10.2021

Beruflicher Werdegang

  • 1. Vizebürgermeisterin der Statutarstadt Villach und Referentin u.a. für Wirtschaft, Technologie und Forschung 10.4.2015–5.11.2019
  • Mitglied des Aufsichtsrates, Fachhochschule Kärnten – gemeinnützige Privatstiftung 11.2.2017–28.10.2019
  • Beratung der Regierungen Kärntens, Friaul-Julisch Venetiens und Venetos zur grenzüberschreitenden Kooperation – z.B. Aufbau der Euregio „Senza Confini“ als Makro-Region
  • Geschäftsführerin und Gesellschafterin, ECC European Crossboarder Consulting GmbH 2001–2019
  • Ressortleitung „Internationale Beziehungen“ im Rahmen der Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2006, Senza Confini – Italien-Österreich-Slowenien, Klagenfurt 2006 Organisations GmbH 1.4.1998–31.12.2000
  • Koordination von EURES-T-EURALP zur Förderung der freien Mobilität in der Grenzregion Kärnten, Friaul-Julisch Venetien, im Auftrag der Europäischen Kommission 1996–2003
  • Angestellte bei der Kammer für Arbeiter und Angestellte 1.8.1989–31.3.1998

Bildungsweg

  • Studium der Pädagogik, der wissenschaftlichen Forschungsplanung und der Medientechnik in Klagenfurt, an der Universität für Bildungswissenschaften (Mag.a) 1983–1988
  • Studium der Pädagogik, der wissenschaftlichen Forschungsplanung und der Medientechnik in Klagenfurt, an der Universität für Bildungswissenschaften (Dr.in phil.) 1991–1993
  • Laurea in Pedagogia an der Universität Bozen 200